Medizinisches Cannabis aus Teneriffa: Erstes Pharmawerk mit natürlichem Sonnenlicht

19.08.2026

Die Kanarischen Inseln steigen offiziell in den Markt für medizinisches Cannabis ein. Im Süden von Teneriffa, in der Gemeinde Granadilla de Abona, hat die erste hochmoderne Produktionsanlage der Region ihren Betrieb aufgenommen. Das Projekt der Firma Nivaria Tech Arico S.L. ist von der spanischen Arzneimittelbehörde (AEMPS) zugelassen und verbindet pharmazeutische Standards mit den klimatischen Vorteilen der Insel.

Spezialist im Schutzanzug inspiziert medizinische Cannabispflanzen in der Anlage von Nivaria Tech auf Teneriffa

Die zentrale Innovation der Anlage ist der vollständige Verzicht auf künstliche Beleuchtung (LED- und HPS-Lampen) in der Blütephase. Dank der Nähe zu Afrika und des milden Passatklimas bieten die Kanaren ganzjährig eine stabile Photoperiode mit etwa 12 Stunden Tageslicht. Die direkte UV-Strahlung regt die Synthese seltener therapeutischer Cannabinoide wie THC-V an, das die psychoaktive Wirkung von THC moduliert und den medizinischen Nutzen ohne starke Nebenwirkungen maximiert.

Die Sicherheits- und Infrastrukturstandards entsprechen den Vorgaben des Real Decreto 903/2025. Wie der Sender RTVC berichtet, verfügt der Komplex über automatisierte Klimasteuerung, biomechanische Zugangskontrollen, einen bewachten Bunker sowie ein "Kalt-Desinfektionssystem", das die Blüten ohne Hitze oder Strahlung keimfrei macht und das natürliche Terpenprofil schützt.

Die wichtigsten Merkmale der Anlage von Nivaria Tech:

  • 6 Ernten pro Jahr: Der konstante Lichtzyklus ermöglicht alle 60 Tage eine vollständige Ernte.
  • Minimaler CO₂-Fußabdruck: Die Nutzung von natürlichem Sonnenlicht senkt den Energieverbrauch im Vergleich zu klassischen Indoor-Anlagen drastisch.
  • Höchste Sicherheit: Biometrischer Zugang in allen Sensitivbereichen und Vernichtung von Pflanzenabfällen im eigenen Krematorium.
  • Lückenlose Rückverfolgbarkeit: Eine Spezialsoftware erfasst jede Pflanze vom Steckling bis zur fertigen Charge.

Derzeit produziert Nivaria Tech drei aufeinanderfolgende Validierungschargen zur Bestätigung der chemischen Stabilität. Im Anschluss erfolgt die Zertifizierung nach EU-GMP (Volume 4 der EU-Regeln), was den Export von Wirkstoffen (APIs) und Extrakten in europäische Apothekennetze ermöglicht.

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