Die Kanarischen Inseln steigen offiziell in den Markt für medizinisches Cannabis ein. Im Süden von Teneriffa, in der Gemeinde Granadilla de Abona, hat die erste hochmoderne Produktionsanlage der Region ihren Betrieb aufgenommen. Das Projekt der Firma Nivaria Tech Arico S.L. ist von der spanischen Arzneimittelbehörde (AEMPS) zugelassen und verbindet pharmazeutische Standards mit den klimatischen Vorteilen der Insel.

Die zentrale Innovation der Anlage ist der vollständige Verzicht auf künstliche Beleuchtung (LED- und HPS-Lampen) in der Blütephase. Dank der Nähe zu Afrika und des milden Passatklimas bieten die Kanaren ganzjährig eine stabile Photoperiode mit etwa 12 Stunden Tageslicht. Die direkte UV-Strahlung regt die Synthese seltener therapeutischer Cannabinoide wie THC-V an, das die psychoaktive Wirkung von THC moduliert und den medizinischen Nutzen ohne starke Nebenwirkungen maximiert.
Die Sicherheits- und Infrastrukturstandards entsprechen den Vorgaben des Real Decreto 903/2025. Wie der Sender RTVC berichtet, verfügt der Komplex über automatisierte Klimasteuerung, biomechanische Zugangskontrollen, einen bewachten Bunker sowie ein "Kalt-Desinfektionssystem", das die Blüten ohne Hitze oder Strahlung keimfrei macht und das natürliche Terpenprofil schützt.
Die wichtigsten Merkmale der Anlage von Nivaria Tech:
Derzeit produziert Nivaria Tech drei aufeinanderfolgende Validierungschargen zur Bestätigung der chemischen Stabilität. Im Anschluss erfolgt die Zertifizierung nach EU-GMP (Volume 4 der EU-Regeln), was den Export von Wirkstoffen (APIs) und Extrakten in europäische Apothekennetze ermöglicht.

Das spanische Startup Taima Growth S.L. hat regulatorische Hürden überwunden und die Genehmigung der AEMPS für den medizinischen Cannabisanbau erhalten. Mit einer High-Tech-Indoor-Anlage in Burgos bereitet sich das Unternehmen auf die Prozessvalidierung vor, um die großen europäischen Exportmärkte zu bedienen.

Die Studie des EKOCAN-Projekts fasst die Ergebnisse der zweijährigen Cannabisreform in Deutschland zusammen und stellt ein signifikantes Wachstum beim Eigenanbau sowie eine erfolgreiche Entkriminalisierung bei gleichzeitig stabilen Konsumwerten fest.

Ein neues europäisches Schwergewicht entsteht: Kanadas Organigram hat die deutsche Sanity Group für 250 Millionen Euro übernommen. Unterstützt von British American Tobacco verändert dieser Deal die Landschaft für medizinisches Cannabis grundlegend. Das ist bis Ende 2026 zu erwarten.