Jenseits von THC und CBD: Erforschung anderer Cannabisverbindungen

21.11.2025

Die meisten Menschen kennen Marihuana wegen seiner beiden Hauptstoffe: THC, das für die psychoaktive Wirkung verantwortlich ist, und CBD, das wegen seiner therapeutischen Effekte geschätzt wird. Neuere Forschungen haben jedoch etwa 600 verschiedene chemische Verbindungen in Cannabis identifiziert, und Wissenschaftler widmen zunehmend den weniger bekannten Inhaltsstoffen Aufmerksamkeit. Finden wir heraus, warum!

Die Haupttypen von Cannabisverbindungen

Cannabis-Inhaltsstoffe lassen sich in vier Gruppen einteilen:

  • Cannabinoide interagieren mit dem menschlichen Endocannabinoid-System und beeinflussen sowohl psychoaktive als auch therapeutische Effekte. Es gibt über 100 Cannabinoide in Marihuana, zusätzlich zu THC und CBD.
  • Terpene sind flüchtige Verbindungen, die für die Aromaprofile von Marihuana verantwortlich sind.
  • Flavonoide sind Pigmente, die zur Farbe beitragen und möglicherweise antioxidative sowie entzündungshemmende Vorteile bieten.
  • Mineralien, Vitamine, Aminosäuren und andere Nährstoffe, die die Pflanze für ihr Wachstum benötigt.

Cannabinoide Leitfaden

Die weniger bekannten Cannabinoide von Marihuana

THC und CBD sind die bekanntesten Cannabinoide. THC verursacht die psychoaktive Wirkung, während CBD für Entspannung und Entzündungshemmung bekannt ist. Darüber hinaus haben Wissenschaftler mehr als 100 weitere Cannabinoide mit einzigartigen pharmakologischen Profilen entdeckt.

Hier sind drei der interessantesten sogenannten „Minor Cannabinoide“:

  • Cannabigerol (CBG): bekannt als „die Mutter der Cannabinoide“, ist CBG ein Vorläufer von THC und CBD. Es besitzt starke entzündungshemmende Eigenschaften und kommt in den meisten Sorten nur in sehr geringen Mengen vor, was es besonders wertvoll macht.
  • Cannabichromen (CBC): ist nicht psychoaktiv, könnte jedoch das Wachstum von Gehirnzellen unterstützen – eine Hypothese, die noch untersucht wird.
  • Cannabinol (CBN): entsteht durch oxidative Zersetzung von THC. Es wirkt sedierend und wird auf sein Potenzial zur Unterstützung des Schlafs und zur Reduzierung von Angstzuständen erforscht.

Cannabis-Terpene

Terpene sind winzige Moleküle, die hinter dem einzigartigen Geruch und Geschmack von Marihuana stehen – ihre Kombination kann das Aroma fruchtig, blumig oder erdig machen, je nach Mischung. Terpene tragen nicht nur zum Duft bei, sondern verstärken auch die Wirkung von Cannabis. So wirkt das Terpen Pinen bronchienerweiternd, und alle Monoterpene (wie Limonen, Menthol und andere) sind als Antiseptika bekannt. Wissenschaftler untersuchen derzeit, ob Terpene auch als Antioxidantien und Immunstimulanzien wirken können.
Weitere Informationen finden Sie in unserer ausführlichen Übersicht zu Cannabis-Terpenen.

Cannabis-Flavonoide

Flavonoide sind Pigmente, die die Farbe von Cannabis (und anderer Pflanzen) bestimmen, während ihre möglichen gesundheitlichen Vorteile noch erforscht werden. Bisher gehören Flavonoide zu den vielversprechendsten, aber am wenigsten untersuchten Cannabisverbindungen in der Medizin.

Hier sind einige der bemerkenswertesten Flavonoide, die in Marihuana vorkommen:

  • Cannaflavine: ausschließlich in Cannabis vorkommende Verbindungen mit stark entzündungshemmender Wirkung – möglicherweise wirksamer als herkömmliche Medikamente wie Aspirin.
  • Apigenin: ein natürliches Antioxidans und Antiseptikum, das auch in Kamille und Sellerie vorkommt.
  • Quercetin: wirkt antioxidativ und antiviral und findet sich ebenfalls in Zwiebeln, Beeren und Äpfeln.
  • Luteolin: besitzt tumorhemmende und entzündungshemmende Eigenschaften und wird in der Krebstherapie erforscht.

Mineralien und andere Inhaltsstoffe von Marihuana

Neben Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden enthält Cannabis Aminosäuren (die Bausteine der Pflanze), Zucker (Energie für das Wachstum) sowie eine Vielzahl an Mineralien und Vitaminen. Diese Nährstoffe variieren je nach Sorte und Anbaubedingungen und können Magnesium, Kalium, Kalzium, Kupfer und Zink sowie die Vitamine B, C und E umfassen.

Obwohl diese Nährstoffe das Pflanzenwachstum fördern, liegt der eigentliche medizinische Wert von Cannabis weiterhin in der einzigartigen Kombination aus Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden. Forscher sind sich einig, dass diese Cannabisbestandteile im Zusammenspiel am besten wirken – jedes Element verstärkt die anderen.

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