Wussten Sie, dass Henry Fords erstes Auto aus Hanf gefertigt wurde? Oder dass viele große arabische Gelehrte des Mittelalters – dieselben, die uns die modernen Ziffern bescherten – Haschisch rauchten? Es mag Sie auch überraschen, vom französischen „Club des Hashischins“ zu hören, in dem sich Legenden wie Alexandre Dumas, Arthur Rimbaud und andere trafen, um zu erforschen, wie Cannabis die Kreativität beeinflusst.
Der Beitrag von Hanf und Cannabis zu Industrie, Kultur und Medizin wird in Schulbüchern selten erwähnt. Doch in ganz Europa gibt es einige sehr interessante Museen, die Besucher in die jahrhundertelange Geschichte von Cannabis eintauchen lassen.
Hier sind die Top-5 Cannabis-Museen, die man in Europa besuchen sollte.
Das Amsterdamer Museum ist wahrscheinlich das berühmteste Marihuana-Museum der Welt. Es wurde 1991 vom Züchter Ben Dronkers gegründet und begann als Privatsammlung. Heute umfasst das Museum mehr als 9.000 Exponate, darunter eine große Hydrokulturanlage mit lebenden Pflanzen.

Warum sollte man es besuchen? Um das gesamte Spektrum der Cannabiskultur zu erleben, von den antiken Anwendungen bis hin zu modernen Innovationen, alles unter einem Dach.
Die Sammlung umfasst Raucherzubehör aus verschiedenen Epochen und Kulturen, mittelalterliche medizinische Geräte für den Cannabisgebrauch, Kunstwerke aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, die Cannabisszenen darstellen, Vintage-Poster, Beispiele für Hanf-Ökomaterialien und natürlich lebende Exemplare verschiedener Sorten – die persönliche Leidenschaft des Gründers.
Herausragende Exponate:
Website: www.hashmuseum.com
Das „jüngere Geschwisterchen“ des Amsterdamer Museums wurde 2013 in Barcelona im Palau Mornau, einem Palast aus dem 16. Jahrhundert, eröffnet – und es ist nicht weniger beeindruckend.

Die Sammlung erforscht die Rolle von Marihuana in der Popkultur, in alten Religionen und in der Medizin sowie die Bedeutung von Nutzhanf in der Schifffahrtsgeschichte. Ein großer Teil der Ausstellung ist dem berühmten „Club des Hashischins“ aus dem 19. Jahrhundert gewidmet, in dem die französische Intelligenz mit Haschisch experimentierte, um ihre Kreativität zu beeinflussen.
Herausragende Exponate:
Website: www.hashmuseum.com
Das Berliner Hanf Museum ist zwar kleiner als die vorgenannten Museen, besticht aber durch sein außergewöhnliches Fotoarchiv und seine historische Dokumentation.

Warum sollte man es besuchen? Für Fakten und Wissen. Das Museum kuratiert historische Dokumente und Fotos mit typisch deutscher Präzision und dient als Ort für laufende öffentliche Debatten über die Zukunft von industriellem, Freizeit- und medizinischem Cannabis. Es arbeitet mit Forschungseinrichtungen zusammen und mitorganisiert die jährliche Hanfparade in Berlin.
Die Sammlung bietet archivierte Illustrationen neben lebenden Hanfpflanzen; Dokumente, Poster und Fotos, die die Geschichte des Cannabisgebrauchs, der Verbote und der Propaganda nachzeichnen; religiöses Raucherzubehör aus Asien, Afrika und Südamerika; mittelalterliche medizinische Gegenstände sowie landwirtschaftliche Geräte für den Hanfanbau.
Herausragende Exponate:
Website: www.hanfmuseum.de
Die kleine französische Stadt Bligny blickt auf eine lange Tradition des Hanfanbaus zurück; es war über Jahrhunderte hinweg ein lokales ländliches Handwerk, bevor die Industrialisierung einsetzte. Das Musée du Chanvre wurde gegründet, um dieses Erbe zu bewahren und zu würdigen.
Warum sollte man es besuchen? Für einen einzigartigen Blick auf Hanf als traditionelles ländliches Handwerk. Viele Einheimische bewahren noch immer alte Spinnräder und landwirtschaftliche Geräte in ihren Häusern auf, sodass Besucher Spuren dieses Erbes sowohl innerhalb als auch außerhalb des Museums sehen können.
Die Sammlung umfasst landwirtschaftliche Geräte, Spinn- und Webapparaturen, Proben von Seilen, Stoffen und Hanfleinwand, während die Wände mit Fotografien von Gebäuden geschmückt sind, die aus hanfbasierten Materialien errichtet wurden.
Herausragende Exponate:
Das älteste Werkzeug zur Hanfverarbeitung, genannt Teilloir: Es ist ein großes Holzgerät, das von Bauern verwendet wurde, um Hanfstängel zu brechen und die Fasern von Hand zu trennen.
Das 2022 eröffnete Cannabis Museum in Zagreb ist die neueste und technologisch fortschrittlichste Cannabis-Institution in Europa. Seine Multimedia-Exponate decken Themen von der Hanf-Landwirtschaft und Textilien bis hin zur Cannabiskultur und Medizin ab.

Warum sollte man es besuchen? Für ein immersives Erlebnis. Digitale Bildschirme, Tablets und Audioguides ermöglichen es den Besuchern, direkt mit den Exponaten zu interagieren, lebende Pflanzen zu untersuchen und auf ansprechende Weise etwas über die Cannabisproduktion zu lernen.
Das Museum verbindet Technologie und Botanik und bietet 4D-Installationen, Multimedia-Präsentationen und ein Gewächshaus mit lebenden Cannabispflanzen. Es verfügt außerdem über eine fesselnde Sammlung von Zitaten berühmter Persönlichkeiten über Marihuana.
Website: www.cannabismuseum.hr

Die Legalisierung von medizinischem Cannabis hat die Cannabisanbauindustrie in Spanien stimuliert. Nach einem Bericht des Magazins The Objective hat die spanische Regierung seit 2018 bereits 224 Lizenzen für den Cannabisanbau vergeben.

Spanien hat den medizinischen Gebrauch von Cannabis mit der Verabschiedung des Königlichen Erlasses 903/2025 offiziell geregelt. Der Erlass legt die Bedingungen fest, unter denen cannabisbasierte Arzneimittel in öffentlichen Krankenhäusern verordnet und abgegeben werden dürfen.

Die meisten Menschen kennen Marihuana wegen seiner beiden Hauptstoffe: THC, das für die psychoaktive Wirkung verantwortlich ist, und CBD, das wegen seiner therapeutischen Effekte geschätzt wird. Neuere Forschungen haben jedoch etwa 600 verschiedene chemische Verbindungen in Cannabis identifiziert, und Wissenschaftler widmen zunehmend den weniger bekannten Inhaltsstoffen Aufmerksamkeit.