Im September 2025 hielt Dr. Dustin Sulak, Gründer von Healer.com und bekannter amerikanischer Cannabis-Experte, ein Webinar darüber, wie Cannabis bei Krebs, Wundheilung, ALS und Alzheimer helfen kann. Er fasste fünf aktuelle Studien zusammen, die zwischen März und Juli 2025 veröffentlicht wurden und jeweils vielversprechende therapeutische Anwendungen für Cannabinoide untersuchten.
Nachfolgend präsentieren wir die wichtigsten Punkte des Webinars.

Die Übersicht von Dr. Sulak begann mit einer Studie aus Thailand, veröffentlicht in der „Journal of Current Science and Technology“. Die Forschung verglich die Ergebnisse von 98 Krebspatienten, die entweder medizinisches Cannabis oder Morphin erhielten. Die Resultate zeigten, dass diejenigen, die Cannabis benutzten, etwas länger lebten, weniger Tage im Krankenhaus verbrachten und sich insgesamt besser fühlten. Das bedeutet, dass Cannabis Krebspatienten helfen könnte, ihre Lebensqualität zu verbessern und nicht nur Schmerzen zu kontrollieren.
Eine im Juli 2025 veröffentlichte Tierstudie untersuchte, wie tägliche, niedrig dosierte THC-Injektionen die Wundheilung bei älteren Mäusen beeinflussten. Die Ergebnisse waren eindeutig: Eine dreiwöchige THC-Behandlung beschleunigte den Wundverschluss und verbesserte das Heilungsmilieu, ähnlich wie bei jüngeren Tieren. Das bedeutet, dass THC älteren Menschen helfen könnte, Verletzungen schneller zu heilen, indem es Entzündungen reduziert.
Eine weitere hervorgehobene Studie aus „Biomedicine & Pharmacotherapy“ testete Cannabidiolsäure (CBDA) in einem Mausmodell von ALS – einer Krankheit, die Nervenzellen angreift. CBDA ist ein saurer Cannabinoid, der nach der Decarboxylierung zu dem bekannten CBD wird.
Die Mäuse, die CBDA erhielten, wiesen bessere Beweglichkeit und gesündere Nervenzellen auf als jene, die mit herkömmlichen Medikamenten behandelt wurden. Diese Forschung deutet darauf hin, dass CBDA eine mögliche neue Therapie für ALS sein könnte.
Eine verblindete Studie aus dem Vereinigten Königreich, veröffentlicht in „Age and Ageing“, testete Nabiximols (eine Mischung aus THC und CBD) bei Alzheimer-Patienten. Die Behandlung war sicher, verbesserte aber die Unruhe nicht stärker als ein Placebo. Dennoch zeigte die Studie, dass groß angelegte Untersuchungen zukünftig sicher durchgeführt werden könnten.
Schließlich untersuchte eine Studie im Juni 2025, ob Alpha-Pinen – ein in Cannabis häufig vorkommendes Terpen – THC daran hindern könnte, das Gedächtnis zu beeinträchtigen. Die Ergebnisse zeigten keinen nennenswerten Effekt. Dr. Sulak betonte jedoch die Grenzen der Untersuchung einzelner Verbindungen im Vergleich zu Ganzpflanzen-Cannabis, das Hunderte von aktiven Verbindungen enthält, die zusammenwirken.
Die Analyse dieser fünf Studien durch Dr. Sulak verdeutlicht sowohl die Chancen als auch die Komplexität von Cannabis als Medizin und unterstreicht die Dringlichkeit weiterer strenger, kontrollierter Studien. Da die USA und Europa nun Milliarden in Forschungsbudgets investieren, dürfte die Zahl medizinischer Cannabis-Studien stark zunehmen.

Wussten Sie, dass Henry Fords erstes Auto aus Hanf gefertigt wurde? Oder dass viele große arabische Gelehrte des Mittelalters – dieselben, die uns die modernen Ziffern bescherten – Haschisch rauchten?

Die Legalisierung von medizinischem Cannabis hat die Cannabisanbauindustrie in Spanien stimuliert. Nach einem Bericht des Magazins The Objective hat die spanische Regierung seit 2018 bereits 224 Lizenzen für den Cannabisanbau vergeben.

Spanien hat den medizinischen Gebrauch von Cannabis mit der Verabschiedung des Königlichen Erlasses 903/2025 offiziell geregelt. Der Erlass legt die Bedingungen fest, unter denen cannabisbasierte Arzneimittel in öffentlichen Krankenhäusern verordnet und abgegeben werden dürfen.